Durch den frühen Tod unseres Vaters im Jahr 1995 stellten wir uns der Verantwortung und führten das Bestattungsunternehmen weiter. Markus absolvierte bereits seine kaufmännische Ausbildung im elterlichen Unternehmen und Michael war auch bereits im Unternehmen tätig. Mit unserer Mutter Rosemarie an der Seite und der moralischen Unterstützung unserer beiden Geschwister konnten wir auf einem guten Fundament aufbauen. 1996 und 1997 absolvierten wir die zertifizierte Ausbildung zum fachgeprüften Bestatter und durften als erstes Bestattungsunternehmen im Landkreis Darmstadt das Fachzeichen "geprüfter Bestatter" von Bundesverband deutscher Bestatter e. V. tragen.
Das Fachzeichen ist mit der Auflage verbunden, eine regelmäßige Weiterbildung der Mitarbeiter zu gewährleisten und sich durch externe Auditoren auf Qualitätsmerkmale überprüfen zu lassen.
Durch die eigenen Erfahrungen mit dem frühen Tod unseres Vaters und der täglichen Auseinandersetzung mit Trauer, Tod und Sterben haben uns sehr früh die Bedeutung der Trauer-, Hospiz- und der palliativmedizinischen Arbeit erkennen lassen. In Zusammenarbeit mit Wolfgang Eifler konnten wir Jorgos Canacakis für eine Veranstaltung in Darmstadt gewinnen. Dieser Abend im Kreis von 150 Teilnehmern hat das weitere Handeln in unserem Bestattungsunternehmen geprägt. Die Zusammenarbeit mit Wolfgang Eifler als Trauerredner und therapeutischer Trauerbegleiter hat uns tief geprägt und zusätzliche ist eine für uns wichtige Freundschaft entstanden.
"Die österreichische Hospizbewegung gedenkt mit großer Wertschätzung Jorgos Canacakis, eines Pioniers und Meisters der Trauerbewältigung. Begegnungen mit ihm haben viele Menschen nachhaltig geprägt. Mit all seiner Kraft setzte er sich für trauernde Menschen ein und war für viele Menschen Lehrer, Freund und Helfer.
Jorgos Canacakis lebte in Griechenland, wirkte aber mit zahlreichen Vorträgen und Büchern auch in Österreich. In den von ihm gegründeten Trauerzentren und verschiedenen anderen Organisationen unterstützte er unzählige vom Thema Abschied, Tod und Trauer betroffene Menschen darin, im Prozess der Trauer und auf ihrer Suche nach Trost einen guten Weg zu finden. Seine Erfahrung verbunden mit dem tiefen Mitgefühl, das für ihn so bezeichnend war, wird uns fehlen." (Quelle Nachruf des österreichischen Dachverbands Hospiz und Palliativ Care)
Im Rahmenprogramm dieser Veranstaltung präsentierte Axel Baudach das erstemal öffentlich sein neues Bestattungskonzept Friedwald. Passend zu dem Vortrag von Dr. Canacakis spiegelte die Idee Friedwald den Gedanken der ganz persönlichen und individuellen Trauerverarbeitung.
-
Markus und Michael, Jorgos Canacakis, Wolfgang Eifler -
Vortrag Jorgos Canacakis -
Axel Baudach mit dem Konzept Friedwald
1998 erfolgte eine Renovierung der Büroräume. Bisher wurde nur das Erdgeschoß in der Ludwighöhstraße 46 für das Bestattungsunternehmen genutzt. Der Einzug der Digitalisierung und die Erweiterung der administrativen Dienstleistungen erforderte mehr Bürofläche.
Das Erdgeschoß wird seitdem ausschließlich für für Kundengespräche genutzt. Das erste Oberschoss für die administrativen Tätigkeiten. Hierdurch wurde die nötige Ruge bei Kundengespräche geschaffen. Diese können seitdem ohne störende Einflüsse, wie zum Beispiel Telefonanrufe geführt werden.
Mitra Dechert gestaltete den Beratungsraum und überzeugte uns von einem neuen Farbkonzept, vernab von dunklen Tönen.
Im Jahr 2000 begleiteten wir die Beisetzung von Frau Dr. Dagmar Morgan. Die Söhne wünschten sich für Ihre Mutter eine besondere Bestattung. Die Trauerfeier und die Gestaltung sollten das außergewöhnliche Leben von Dr. Dagmar Morgan widerspiegeln. Die einzigartige Sargform und das Farbkonzept zog sich durch die gesamte Trauerkapelle am Alten Friedhof - die Glühbirnen in den Lichtquellen inbegriffen.
Allen Beteiligten war zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, dass die Trauerfeier von Frau Dr. Dagmar Morgen die Vielfalt der Kapellen- und Trauerfeierdekorationen in der Zukunft entscheidend beeinflussen würde.
"Dr. Dagmar Morgan war die erste Frauenbeauftragte des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Ihr Name steht für vorbildliche und neue Wege zur Verwirklichung der Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen. Ihre Arbeit bildet noch heute das Fundament für eine anerkannte und erfolgreiche Interessenvertretung von Frauen im Landkreis Darmstadt-Dieburg.
Zu Ehren von Dr. Dagmar Morgan wird seit 2006 im Landkreis Darmstadt-Dieburg ein Preis für vorbildliche Leistungen, Beiträge und gestalterische Kraft an Initiativen, Gruppen oder Einzelpersonen verliehen, die durch besonderes Engagement zur Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Mädchen beitragen.
Die Preisverleihung fördert die öffentliche Anerkennung und Aufmerksamkeit der Aktivitäten zur Verwirklichung von Chancengleichheit. Zudem regt sie zur Nachahmung an und bestärkt andere." (Quelle Landkreis Darmstadt-Dieburg)
