Wenn ein geliebter Mensch aus dem Leben geht, verändert sich für die Angehörigen alles. Die Welt steht für einen Moment still – der Schmerz, die Erinnerungen und die Liebe bleiben. In dieser sensiblen Zeit stehen viele Entscheidungen an – und eine der wichtigsten ist die Frage: Welche Bestattungsart entspricht dem Menschen, den wir loslassen müssen?
Ob Erdbestattung oder Feuerbestattung – jeder Abschied ist so einzigartig wie das Leben selbst. Wir begleiten Sie einfühlsam und zuverlässig bei allen Schritten.
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Urnenbestattung am Friedhof - die klassische Urnenbestattung welche auf allen Friedhöfen möglich ist.
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Urnenbestattung im Friedpark - ein individueller Gedenkort bei dem die Grabpflege die Natur übernimmt.
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Aschenverstreuung - in den schweizer Bergen, im Gebirgsbach oder auf einer Almwiese.
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Beisetzung im Olivenhain - auf einem Hanggrundstück an der spanischen Mittelmeerküste wird die Urne an einem Olivenbaum beigesetzt.
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Anonyme Beisetzung - die Urne wird in aller Stille auf dem Waldfriedhof Darmstadt oder auf dem Rasenfeld Braubach beigesetzt.
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Baumfriede - in den Niederlande wird die Asche mit der Muttererde eines jungen Baumsetzling vermischt.
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Diamantbestattung - in einem Institut in der Schweiz entsteht aus der Asche ein Diamant.
Wie unterscheiden sich die religiösen Bedeutungen von Erdbestattung und Feuerbestattung
Die Wahl zwischen Erdbestattung und Feuerbestattung ist nicht nur eine kulturelle, sondern häufig auch eine tief religiös geprägte Entscheidung. Verschiedene Religionen verbinden mit den beiden Formen des Abschieds ganz eigene Vorstellungen, Rituale und Glaubensinhalte.
Christentum
Erdbestattung
Im Christentum ist die Erdbestattung historisch und theologisch die traditionelle Form des Abschieds. Nach christlichem Glauben stammt der Mensch „von der Erde“ und kehrt am Ende seines Lebens dorthin zurück – symbolisch für die Vergänglichkeit und die Hoffnung auf Auferstehung.
Die Erdbestattung ist Ausdruck der Würdigung der göttlichen Schöpfung und des Respekts vor dem Leib des Verstorbenen. Sie erinnert Gläubige an die Grablegung Jesu Christi und an die Verheißung des ewigen Lebens. Rituale wie der Gang zum Grab, Gebete und Gesänge sollen die Trauerbegleitung erleichtern und Hoffnung schenken. Die Gemeinschaft am Grab drückt den Glauben an die Wiederkunft Christi und an die Auferstehung der Toten aus.
Feuerbestattung
Lange Zeit abgelehnt, da sie an vorchristliche oder heidnische Praktiken erinnerte. Die Akzeptanz wuchs im 20. Jahrhundert: In der evangelischen Kirche seit ca. 1920, in der katholischen Kirche seit 1963 offiziell erlaubt, solange sie nicht aus Ablehnung des Glaubens gewählt wird.
Die katholische Kirche bevorzugt weiterhin die Erdbestattung, verbietet die Feuerbestattung aber nicht mehr grundsätzlich. Auch eingeäscherten Gläubigen kann die Auferstehung zuteilwerden, da Gott nicht auf die körperlichen Überreste angewiesen ist.
Judentum
Erdbestattung
Im Judentum ist ausschließlich die Erdbestattung nach religiösem Gesetz (Halacha) erlaubt. Die Verbrennung von Verstorbenen wird als nicht respektvoll betrachtet und ist verboten. Die Erdbestattung steht für die Rückgabe des Körpers an die Erde, wie es schon in der Thora heißt: „Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.“ Der Glaube an die Auferstehung am Jüngsten Tag ist zentral:
Der Körper muss unversehrt bestattet werden, damit die Seele zur ewigen Ruhe gelangt. Die Beisetzung erfolgt möglichst schnell, meist innerhalb von 24 Stunden. Vor der Beerdigung wird der Leichnam gewaschen, in Leinentücher gehüllt und von Angehörigen bis zu seiner letzten Ruhe begleitet. Zahlreiche Rituale, Gebete und Zeichen der Ehrerbietung begleiten die Zeremonie.
Feuerbestattung
Verboten, da sie als Verletzung des Körpers und der Schöpfungsordnung gilt.
Einäscherung würde dem jüdischen Glauben an die Unversehrtheit der Toten und die Auferstehung am Ende der Tage widersprechen.
Islam
Erdbestattung
Im Islam ist die Erdbestattung die einzig zulässige Form der Bestattung. Der Körper wird noch am Todestag gewaschen, in ein weißes Tuch gehüllt und ohne Sarg – sofern es das Landesrecht gestattet – ins Grab gelegt. Dabei liegt der Verstorbene mit dem Gesicht nach Mekka.
Die schnelle Bestattung ist Ausdruck von Respekt und Gnade gegenüber dem Verstorbenen. Die Erde symbolisiert sowohl den Ursprung als auch die Rückkehr des Menschen. Die islamischen Trauerrituale und Gebete fördern den Seelenfrieden des Verstorbenen und helfen den Angehörigen, spirituellen Trost zu finden: „Aus Erde haben wir euch erschaffen und in sie lassen wir euch zurückkehren, und aus ihr bringen wir euch ein anderes Mal hervor.“ (Sure 20,55).
Feuerbestattung
Feuerbestattungen sind im Islam verboten, da sie als Verletzung der gottgegebenen Integrität des Körpers gelten.
Hinduismus
Erdbestattung
In der Regel unüblich und nur in Ausnahmefällen erlaubt (bei Kindern oder Heiligen).
Feuerbestattung
Im Hinduismus ist die Feuerbestattung die wichtigste und meist einzige vorgeschriebene Form.
Sie symbolisiert das Loslassen und den Kreislauf der Wiedergeburten: Das Feuer als Erscheinung des Gottes Shiva befreit die Seele vom Körper, sodass sie ins nächste Leben übergehen kann.
Die Asche wird oft in heilige Flüsse gestreut.
Im Buddhismus ist sowohl die Feuer- als auch die Erdbestattung möglich, wobei die Feuerbestattung oft bevorzugt wird.
